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Ritalin/Medikinet - Wirkung
Sven Hohage
2003-09-02 18:56:54 UTC
Wie wäre die Wirkung auf Nicht-ADSler?
Es handelt sich soweit ich es nachgelesen hatte um ein Aufputschmittel...
Würde ein Nicht-ADSLer die Wirkung auch als beruhigend empfinden?

Kennt ihr das Gefühl dass ihr Euch nach der Einnahme wie leicht
angeschwippst fühlt?
Florian Blaschke
2003-09-02 19:03:41 UTC
Post by Sven Hohage
Wie wäre die Wirkung auf Nicht-ADSler?
Es handelt sich soweit ich es nachgelesen hatte um ein
Aufputschmittel...
Ich mag den Ausdruck 'Stimulans' (Mehrzahl: 'Stimulantien')
lieber.
Post by Sven Hohage
Würde ein Nicht-ADSLer die Wirkung auch als beruhigend
empfinden?
Nein, ganz bestimmt nicht. Sondern eben stimulierend.
Post by Sven Hohage
Kennt ihr das Gefühl dass ihr Euch nach der Einnahme wie
leicht angeschwippst fühlt?
Das kann durchaus vorkommen.

Florian
Sabine Wolf
2003-09-03 00:22:01 UTC
Post by Florian Blaschke
Post by Sven Hohage
Würde ein Nicht-ADSLer die Wirkung auch als beruhigend
empfinden?
Nein, ganz bestimmt nicht. Sondern eben stimulierend.
Aber wenn sich die Wirkung wirklich so entscheidend zwischen ADSler und
Nicht-ADSler unterscheidet, warum benutzt man dann nicht einfach eine Gabe
dieser Substanz, um rauszufinden, ob jemand nun ADS hat oder nicht? Ob eine
Sustanz beruhigend oder eher anregend wirkt, sollte sich ja leicht objektiv
über Messung etwa des Puls, des Blutdruck, der Gehirnwellen feststellen
lassen. Aber eben davon halten viele ja nichts, ADS auf diese Weise
festzustellen.

Sabine
Florian Blaschke
2003-09-03 01:45:56 UTC
Post by Sabine Wolf
Post by Florian Blaschke
Post by Sven Hohage
Würde ein Nicht-ADSLer die Wirkung auch als beruhigend
empfinden?
Nein, ganz bestimmt nicht. Sondern eben stimulierend.
Aber wenn sich die Wirkung wirklich so entscheidend
zwischen ADSler und Nicht-ADSler unterscheidet, warum
benutzt man dann nicht einfach eine Gabe dieser Substanz,
um rauszufinden, ob jemand nun ADS hat oder nicht?
Weil ein Stimulans nur in einer bestimmten Dosis beruhigend
auf einen ADSler wirkt, bei einer Überdosis wird er ebenso
zappelig wie bei einer Unterdosis. Man muß also erst einmal
das Medikament einstellen. Außerdem ist eine Nichtwirkung
noch kein Beweis, daß kein ADS vorhanden ist: Neben der
Dosis wirken auch nicht alle Stimulantien bei einem ADSler
gleich gut, evtl. auch gar nicht.

Florian
Mario Jung
2003-09-03 07:43:36 UTC
Post by Sabine Wolf
Post by Florian Blaschke
Post by Sven Hohage
Würde ein Nicht-ADSLer die Wirkung auch als beruhigend
empfinden?
Nein, ganz bestimmt nicht. Sondern eben stimulierend.
Aber wenn sich die Wirkung wirklich so entscheidend zwischen ADSler
und Nicht-ADSler unterscheidet, warum benutzt man dann nicht einfach
eine Gabe dieser Substanz, um rauszufinden, ob jemand nun ADS hat
oder nicht? Ob eine Sustanz beruhigend oder eher anregend wirkt,
sollte sich ja leicht objektiv über Messung etwa des Puls, des
Blutdruck, der Gehirnwellen feststellen lassen. Aber eben davon
halten viele ja nichts, ADS auf diese Weise festzustellen.
Weil es ADSler gibt, die nicht offensichtlich und sofort auf
Methylphenidat ansprechen. Ich so zum Beispiel. Beim mir zeigt
Medikinet keine Wirkung oder maximal die eines zu kräftigen Kaffees!
:-(

mario
Wiebke Weige
2003-09-03 08:56:32 UTC
Post by Sabine Wolf
Post by Florian Blaschke
Post by Sven Hohage
Würde ein Nicht-ADSLer die Wirkung auch als beruhigend
empfinden?
Nein, ganz bestimmt nicht. Sondern eben stimulierend.
Aber wenn sich die Wirkung wirklich so entscheidend zwischen ADSler und
Nicht-ADSler unterscheidet, warum benutzt man dann nicht einfach eine Gabe
dieser Substanz, um rauszufinden, ob jemand nun ADS hat oder nicht? Ob eine
Sustanz beruhigend oder eher anregend wirkt, sollte sich ja leicht objektiv
über Messung etwa des Puls, des Blutdruck, der Gehirnwellen feststellen
lassen. Aber eben davon halten viele ja nichts, ADS auf diese Weise
festzustellen.
Also, so einfach ist das leider nicht.
Methylphenidat ist eine Stimulanz, und das bedeutet, dass sie eben
stimuliert. Das tut sie bei jedem, egal ob Adsler oder nicht. Nur ist es
so, dass es bei ADslern wie bei einer Brille funktioniert. Die
Hirnaktivität wird von einem eher niedrigen Level auf ein eher normales
Level angehoben. Das führt dazu, dass bei ADSlern Eindrücke schnell
genuck geffiltert und verarbeitet werden. Das macht dann ADSler ruhiger.
Ein nicht ADSler ist in der Regel auf normalem Niveu. Wenn er das
Stimulanz einnimmt, wird das niveu auch erhöht. und dann wird zu schnell
verarbeitet und gefiltert, und er kriegt das nicht mehr geregelt.
allerdings erst ab einem gewissen Niveu. Das selbe läuft bei ADSlern ab,
wenn sie zu viel nehmen. Das ist genau wie bei einer Brille.

Das problem ist nur, dass nicht jeder ADSler auf Ritalin anspricht. Es
scheint so, als ob jeder Mensch sein eigenes Niveu hat, bei dem er
normal ist, und darum lässt sich das nicht so leicht an irgendwelchen
Sachen wie Blutdruck festmachen. Zumal ADSler unterschiedlich starke
Dosen brauchen, um in den Zustamdzu gelangen, der weitläufig als Normal
angesehen wird. In der Regel wird darum so verfahren, dass eine ADS
festgestellt wird, und dann geschaut wird, ob Ritalin das geeignte
Hilfsmittel ist. Das wird mit Hilfe von kognitiven Tests gemacht. Sollte
sich durch Ritalin eine besserung ergeben, wird man auf das Medikament
eingestellt. Das persöhnliche empfinden des ADSlers hilft da nicht
immer, weil viele (ich unteranderem) den Unterschied gar nicht so
merken.

In dem Link, wird ein Versuch angesprochen, der auf meine Ausführungen
eingeht.

http://www.wissenschaft.de/sixcms/detail.php?id=161537


Wiebke
Sabine Wolf
2003-09-03 12:05:40 UTC
Post by Mario Jung
Weil es ADSler gibt, die nicht offensichtlich und sofort auf
Methylphenidat ansprechen. Ich so zum Beispiel. Beim mir zeigt
Medikinet keine Wirkung oder maximal die eines zu kräftigen Kaffees!
:-(
Gibt es dann für dich ein anderes Medikament, was positiv wirkt, oder bleit
dir nichts übig, als ohne Medikamente mit dem ADS fertig zu werden?

Sabine
Sabine Wolf
2003-09-03 12:32:51 UTC
Post by Wiebke Weige
Ein nicht ADSler ist in der Regel auf normalem Niveu. Wenn er das
Stimulanz einnimmt, wird das niveu auch erhöht. und dann wird zu schnell
verarbeitet und gefiltert, und er kriegt das nicht mehr geregelt.
allerdings erst ab einem gewissen Niveu. Das selbe läuft bei ADSlern ab,
wenn sie zu viel nehmen. Das ist genau wie bei einer Brille.
Wirken eigentlich auch andere anregende Stoffe auf ADSler anders als auf
Nicht-ADSler, wie etwa Kafee?
Post by Wiebke Weige
Das problem ist nur, dass nicht jeder ADSler auf Ritalin anspricht. Es
scheint so, als ob jeder Mensch sein eigenes Niveu hat, bei dem er
normal ist, und darum lässt sich das nicht so leicht an irgendwelchen
Sachen wie Blutdruck festmachen. Zumal ADSler unterschiedlich starke
Dosen brauchen, um in den Zustamdzu gelangen, der weitläufig als Normal
angesehen wird. In der Regel wird darum so verfahren, dass eine ADS
festgestellt wird, und dann geschaut wird, ob Ritalin das geeignte
Hilfsmittel ist. Das wird mit Hilfe von kognitiven Tests gemacht. Sollte
Was sind das so für Tests im Normalfall? Ich denke mal, bildgebende
Verfahren, wie in dem Link erwähnt, wird man im Normalfall nicht einsetzen,
das wird wohl eher was für Studien sein. Wird ein EEG mit eingesetzt?

Tschau,
Sabine
Mario Jung
2003-09-03 12:55:15 UTC
Post by Sabine Wolf
Post by Mario Jung
Weil es ADSler gibt, die nicht offensichtlich und sofort auf
Methylphenidat ansprechen. Ich so zum Beispiel. Beim mir zeigt
Medikinet keine Wirkung oder maximal die eines zu kräftigen Kaffees!
:-(
Gibt es dann für dich ein anderes Medikament, was positiv wirkt, oder
bleit dir nichts übig, als ohne Medikamente mit dem ADS fertig zu
werden?
Nun, ich komme mit meinem Leben sehr gut klar :-) Für mich ist(1) das
Medikament "nur" der Versuch einer Leistungssteigerung im Beruf.
Aufgrund anderer Faktoren in meinem Leben habe ich es eigentlich doch
recht weit gebracht, mit unter weil ich ADS haben und in
unterschiedlichen Bereichen anderst funktioniere und das mir oft zugute
kommt. Nur bei den "langweiligen" RoutineArbeiten als Chef einer
kleinen Firma, wäre es oft nett, nicht bis nachts um 23:00 rumzutrödeln
und schon um 19:00 Uhr bei meiner Familie sein zu können. In jedem
Projekt gibt es Phasen, da arbeite ich 14 Stunden am Stück
hochkonzentriert und andere Teile werden vor mir hergeschoben bis zum
St. Nimmerleinstag. Aber mit der Zeit habe ich mein Umfeld (unbewusst)
auf mein Verhalten hin trainiert. Sprich: Ich gebe verschiedene
Arbeiten zu einem gewissen Zeitpunkt ab, obwohl ich es vom
Können/Wissen tun könnte, aber mir solche Jobs zu tröge sind.

(1) "Ist" deshalb, da ich mit meinem Doc noch nicht durchbin, mit
Möglichkeiten und Dosierungen.

mario
Florian Blaschke
2003-09-03 13:17:13 UTC
Post by Sabine Wolf
Wirken eigentlich auch andere anregende Stoffe auf ADSler
anders als auf Nicht-ADSler, wie etwa Kafee?
Ja, das kommt durchaus häufig vor. Manche ADSler trinken z.
B. abends einen Gute-Nacht-Kaffee, um sich zu beruhigen und
dann besser einschlafen zu können. Oder trinken Cola, um
sich abzuregen. Da gibt es noch viele weitere Möglichkeiten
- legale und illegale. Sehr viele Stoffe, nicht nur solche
wie Amphetamine, wirken unter anderem auch stimulierend und
rufen demnach bei ADSlern häufig paradoxe Effekte hervor.
Daher 'Selbstmedikation'. Methylphenidat hat nur spezielle
Vorteile gegenüber den anderen.

Kennt jemand von Euch den kleinen genialen Außerirdischen
Gamma aus den Lustigen Taschenbüchern? Bei dem war das auch
so. ;)

Solche Tests, wie Wiebke sie beschreibt, werden in der
Praxis wohl nur selten gemacht.

Florian
Wiebke Weige
2003-09-03 17:13:08 UTC
Post by Florian Blaschke
Post by Sabine Wolf
Wirken eigentlich auch andere anregende Stoffe auf ADSler
anders als auf Nicht-ADSler, wie etwa Kafee?
Ja, das kommt durchaus häufig vor. Manche ADSler trinken z.
B. abends einen Gute-Nacht-Kaffee, um sich zu beruhigen und
dann besser einschlafen zu können. Oder trinken Cola, um
sich abzuregen. Da gibt es noch viele weitere Möglichkeiten
- legale und illegale. Sehr viele Stoffe, nicht nur solche
wie Amphetamine, wirken unter anderem auch stimulierend und
rufen demnach bei ADSlern häufig paradoxe Effekte hervor.
Daher 'Selbstmedikation'. Methylphenidat hat nur spezielle
Vorteile gegenüber den anderen.
Ja, darum wird auch oft eine Paralele zwischen ADS und Drogenkonsum
gezogen, bzw. wird festgestellt, dass das oft dicht bei einander liegt.
Aber auch Aktivitäten, die den Dopaminaspiegel erhöhen haben den effekt.
Desshalb sollen so viele ADSler sich zu 'Risikosportarten' hingezogen
fühlen.
Post by Florian Blaschke
Kennt jemand von Euch den kleinen genialen Außerirdischen
Gamma aus den Lustigen Taschenbüchern? Bei dem war das auch
so. ;)
Nö, schick mal ne mail, falls du ihn triffst.
Post by Florian Blaschke
Solche Tests, wie Wiebke sie beschreibt, werden in der
Praxis wohl nur selten gemacht.
ja, sie sind selten. Meist wird nur gefragt, ob man das gefühl hat, dass
es wirkt. Darum war ich so positiv von der Uniklinik in Münster
überrascht, wo das scheinbar dazu gehört.
Wiebke Weige
2003-09-03 17:36:52 UTC
Post by Sabine Wolf
Wirken eigentlich auch andere anregende Stoffe auf ADSler anders als auf
Nicht-ADSler, wie etwa Kafee?
Das hat ja Flo schon gut beantwortet. In der Regel gilt bei ADSlern die
paradoxe Wirkung. Was andere beruhigt, wirkt belebend. Was andere belebt
macht ruhig. Es gibt aber auch die berühmten Ausnahmen von der Regel. ;)
Post by Sabine Wolf
Post by Wiebke Weige
Das problem ist nur, dass nicht jeder ADSler auf Ritalin anspricht. Es
scheint so, als ob jeder Mensch sein eigenes Niveu hat, bei dem er
normal ist, und darum lässt sich das nicht so leicht an irgendwelchen
Sachen wie Blutdruck festmachen. Zumal ADSler unterschiedlich starke
Dosen brauchen, um in den Zustamdzu gelangen, der weitläufig als Normal
angesehen wird. In der Regel wird darum so verfahren, dass eine ADS
festgestellt wird, und dann geschaut wird, ob Ritalin das geeignte
Hilfsmittel ist. Das wird mit Hilfe von kognitiven Tests gemacht. Sollte
Was sind das so für Tests im Normalfall? Ich denke mal, bildgebende
Verfahren, wie in dem Link erwähnt, wird man im Normalfall nicht einsetzen,
das wird wohl eher was für Studien sein. Wird ein EEG mit eingesetzt?
Was gemacht wird, sind Reaktionstest, IQ-test, und so was, es geht
darum, wie du damit umgehen kannst, vielleicht auch ein EEG. Das ist
allerdings auch sehr stark vonm Arzt abhängig. Meistens läuft es so ab,
dass Ritalin zur Diagnose eingesetzt wird. 'Schau an, das Ritalin wirkt.
Na dann haben sie wohl ADS.'
Das ist leider häufiger als man glaubt. Und zum Glück seltener, als es
immer angeprangert wird. Im besten Fall, wird an Hand von Beobachtungen
und Tests (Achtung, es gibt keine Richtwerte, oder Ähnliches, anhand
derer sich eine ADS ausmachen ließe) ADS festgestellt. Dann wird Ritalin
gegeben, und man beobachtet und macht noch mal die selben Test.
Die besten Ergebnisse bei der Behandlung gibt es allerdings, wenn man
sowohl Ritalin nimmt, als auch in einer begleitenden Therapie ist. Dann
ist man bei ungeführ 90-95 Prozent am 'normalem' Level dran. eine
Therapie ohne Ritalin dagegen bringt oft nur geringe Besserung. Und auch
das Ritalin selbst, schafft keine solchen Ergebnisse. Darum gilt als
Richtschur, dass es nicht ausreicht Ritalin zu nehmen, sondern mit Hilfe
des Ritalins die (Verhaltens)therapie zu fördern. Je nach ausprägung der
ADS reicht vielleicht auch das Ritalin aus, um die vom ADS ausgehenden
Probleme in den Griff zu bekommen. Vorallem bei Kindern, sollte imho
darauf geachtet werden, dass sie in Form einer Therapie die Möglichkeit
kriegen, zu lernen, mit ihrer ADS umzugehen.

Ich merke gerade, dass ich irgendwie abgeschweift bin. Naja, hier ist
das ja nicht sooo schlimm. :)

Wiebke
Wiebke Weige
2003-09-03 17:48:28 UTC
Post by Mario Jung
Post by Sabine Wolf
Post by Mario Jung
Weil es ADSler gibt, die nicht offensichtlich und sofort auf
Methylphenidat ansprechen. Ich so zum Beispiel. Beim mir zeigt
Medikinet keine Wirkung oder maximal die eines zu kräftigen Kaffees!
:-(
Gibt es dann für dich ein anderes Medikament, was positiv wirkt, oder
bleit dir nichts übig, als ohne Medikamente mit dem ADS fertig zu
werden?
Nun, ich komme mit meinem Leben sehr gut klar :-) Für mich ist(1) das
Medikament "nur" der Versuch einer Leistungssteigerung im Beruf.
Das ist es auch für viele nicht ADSler. Die Frau des Erfinders oder
entdeckers des Ritalins nutzte die Substanz, um besser Tennis zu
spielen. Sie wurde übrigends Rita genannt. Und viele Leute erzählen mir,
dass sie früher vor prüfungen Ritalin geschluckt haben, um sich besser
konzentrieren zu können.
Post by Mario Jung
Aufgrund anderer Faktoren in meinem Leben habe ich es eigentlich doch
recht weit gebracht, mit unter weil ich ADS haben und in
unterschiedlichen Bereichen anderst funktioniere und das mir oft zugute
kommt. Nur bei den "langweiligen" RoutineArbeiten als Chef einer
kleinen Firma, wäre es oft nett, nicht bis nachts um 23:00 rumzutrödeln
und schon um 19:00 Uhr bei meiner Familie sein zu können. In jedem
Projekt gibt es Phasen, da arbeite ich 14 Stunden am Stück
hochkonzentriert und andere Teile werden vor mir hergeschoben bis zum
St. Nimmerleinstag. Aber mit der Zeit habe ich mein Umfeld (unbewusst)
auf mein Verhalten hin trainiert. Sprich: Ich gebe verschiedene
Arbeiten zu einem gewissen Zeitpunkt ab, obwohl ich es vom
Können/Wissen tun könnte, aber mir solche Jobs zu tröge sind.
Ja, so geht es mir auch. Ich muss mir das nur immer wieder aufs neue
klar machen. Im mom nehme ich es wieder, aber ich vergesswe es immer
wieder. muss unbedingt zu meiner Neurologin, die sicherlich erfreut ist,
nach Monaten mal wieder was von mir zu hören, um mir die Concerta
verschreiben zu lassen, vielleicht habe ich dann eine chance, dass es so
funzt, dass ich wenn routine angesagt ist, ich die ohne größere problem
ehinter mich bringe, und wenn ich dann entlich wieder völlig ich selbst
sein kann, ich wieder ich selbst bin. mal schauen.

Wiebke
Sabine Wolf
2003-09-03 21:24:05 UTC
Post by Wiebke Weige
allerdings auch sehr stark vonm Arzt abhängig. Meistens läuft es so ab,
dass Ritalin zur Diagnose eingesetzt wird. 'Schau an, das Ritalin wirkt.
Na dann haben sie wohl ADS.'
Also doch ziemlich pragmatisch, hätte ich gar nicht gedacht, daß es meistens
so gemacht wird. Aber liegt wohl daran, daß man ADS noch nicht richitg
physiologisch diagnostizieren kann, wenn man es denn überhaupt irgendwann
mal kann.
Post by Wiebke Weige
das Ritalin selbst, schafft keine solchen Ergebnisse. Darum gilt als
Richtschur, dass es nicht ausreicht Ritalin zu nehmen, sondern mit Hilfe
des Ritalins die (Verhaltens)therapie zu fördern. Je nach ausprägung der
ADS reicht vielleicht auch das Ritalin aus, um die vom ADS ausgehenden
Probleme in den Griff zu bekommen. Vorallem bei Kindern, sollte imho
darauf geachtet werden, dass sie in Form einer Therapie die Möglichkeit
kriegen, zu lernen, mit ihrer ADS umzugehen.
Aber daran mangelt es bestimmt sehr oft, sobald das Kind erstmal ruhig ist,
ist wohl kein mehr so großes Interesse von den Eltern und der Schule da,
sich noch um eine Therapie für das Kind zu bemühen. Ein persönlichen Fall
kenne ich in meinem näheren Bekanntenkreis, da wirkt das Ritalin gut, das
auf Anraten der Schule verschrieben wurde, das Kimd ist um 1-2 Noten überall
besser geworden, aber von Therapie ist nicht die Rede.

Tschau,
Sabine
Wiebke Weige
2003-09-04 09:27:48 UTC
Post by Sabine Wolf
Post by Wiebke Weige
allerdings auch sehr stark vonm Arzt abhängig. Meistens läuft es so ab,
dass Ritalin zur Diagnose eingesetzt wird. 'Schau an, das Ritalin wirkt.
Na dann haben sie wohl ADS.'
Also doch ziemlich pragmatisch, hätte ich gar nicht gedacht, daß es meistens
so gemacht wird. Aber liegt wohl daran, daß man ADS noch nicht richitg
physiologisch diagnostizieren kann, wenn man es denn überhaupt irgendwann
mal kann.
nein, es liegt nicht daran. Es ist nun mal einfacher und zeitsparender
Ritalin zu verschreiben, als erst zu überprüfen, ob die Symptome nicht
von etwas anderem herrühren.
Post by Sabine Wolf
Post by Wiebke Weige
das Ritalin selbst, schafft keine solchen Ergebnisse. Darum gilt als
Richtschur, dass es nicht ausreicht Ritalin zu nehmen, sondern mit Hilfe
des Ritalins die (Verhaltens)therapie zu fördern. Je nach ausprägung der
ADS reicht vielleicht auch das Ritalin aus, um die vom ADS ausgehenden
Probleme in den Griff zu bekommen. Vorallem bei Kindern, sollte imho
darauf geachtet werden, dass sie in Form einer Therapie die Möglichkeit
kriegen, zu lernen, mit ihrer ADS umzugehen.
Aber daran mangelt es bestimmt sehr oft, sobald das Kind erstmal ruhig ist,
ist wohl kein mehr so großes Interesse von den Eltern und der Schule da,
sich noch um eine Therapie für das Kind zu bemühen. Ein persönlichen Fall
kenne ich in meinem näheren Bekanntenkreis, da wirkt das Ritalin gut, das
auf Anraten der Schule verschrieben wurde, das Kimd ist um 1-2 Noten überall
besser geworden, aber von Therapie ist nicht die Rede.
Leider ist sowas wohl nicht gerade selten.
Man tut sich selbst und dem Kind keinen Gefallen, wenn man ihm nur
Ritalin gibt. Es geht ja eigentlich nicht darum, ob das Kind nun eine 2
oder eine 3 schreibt, hoffe ich. Es geht darum, dass das Kind erst die
Strümpfe anzieht, dann die Hose, und dann erst die Schuhe, und nicht
etwa anders herum. Es geht darum, dass es nicht in Pantoffeln in die
Schule rennt. Es geht darum, dass es lernt Menschen in die Augen zu
schauen. Das es lernt, seine Unruhe auf angemessene Weise und zum
richtigen Zeitpunkt los zu werden. Das sind Dinge, die durch Ritalin
natürlich auch besser werden, aber vieles braucht auch regelmäßige
Übung. Wenn etwas mit Ritalin klappt, und das Kind es zu einem Ritus
umfunktioniert hat, dann kann es das auch ohne Ritalin. Riten sind sehr
wichtig, und können mehr bewirken als man denkt. Meine Waschecke sieht
immer gleich aus, egal wo ich hin gehe, die Seife liegt auf der einen
Seite, meine Zahnbürste auf der anderen, mein Handtuch hängt an dem
einen Haken, mein Badetuch auf dem anderen. Abwandlungen sind nur in
soweit vorhanden, wie es das Ambiente erfordert. Seit ich diesen Ritus
intus habe, vergesse ich nicht mehr mir die Zähne zu putzen, weil ich
erst die Zähne putze, dann die Hände wasche, und sie mir abtrockne, und
mir den Mund abwische, damit die Zahnpasta weg ist. und bevor ich mich
vom Spiegel entferne, greife ich nach vorne, nehme meinen Kamm und mach
mir die Haare. Als Kind habe ich immer irgendetwas vergessen, weil ich
mit meinem Kopf ganz wo anders war. Heute bin ich mit meinem Kopf auch
wo anders, aber ich brauche meinen Kopf nicht mehr dafür, der Ritus ist
ins Fleisch und Blut übergegangen. Aber man muss sich so einen Ritus
erst einmal angewöhnen, und in der zeit, bedarf es noch des Denkens, und
immer wenn ich mir einen neuen Ritus angewöhne, z.B. ich gehe ins Haus,
und hänge den Schlüssel ans Schlüsselbrett, muss ich anfangs immer daran
denken. Viele ADSler haben erst durch die einnahme von Ritalin die
Möglichkeit, sich auf das Einüben solcher Riten zu konzentrieren. Den
Ritus den ich im Moment einübe, ist der, dass ich morgens meine
Tabletten nehme, mal schauen, wie lange ich brauche, bis ich nicht mehr
darüber nachdenken muss. ;)

Wiebke
Sabine Wolf
2003-09-04 11:13:16 UTC
Post by Wiebke Weige
Post by Sabine Wolf
Also doch ziemlich pragmatisch, hätte ich gar nicht gedacht, daß es meistens
so gemacht wird. Aber liegt wohl daran, daß man ADS noch nicht richitg
physiologisch diagnostizieren kann, wenn man es denn überhaupt irgendwann
mal kann.
nein, es liegt nicht daran. Es ist nun mal einfacher und zeitsparender
Ritalin zu verschreiben, als erst zu überprüfen, ob die Symptome nicht
von etwas anderem herrühren.
Aber die ganzen Symptome überprüfen muß der Arzt doch nur, weil man es nicht
direkt nachweisen kann, etwa mit einer Blutuntersuchung oder ner Urinprobe.
Und weil das aufwendig ist, wird halt direkt Ritalin ausprobiert. Ich könnte
mir denken, daß bei der pragmatischen Methode einige durchrutschen, die
genaugenommen kein ADS haben. Aber solange einem mit Ritalin wirklich
geholfen wird, kann es einem ja eigentlich auch egal sein, ob man das Label
ADS zu Recht trägt. Bei Kindern wäre ich da aber etwas kritischer, weil da
ja das Verlangen nach Ritalin meist nicht vom Kind selber kommt, sondern von
der Schule oder den Eltern und ein Kind noch nicht so gut selbst
reflektieren kann, was jetzt grad mit ihm geschieht.

Sabine
Mario Jung
2003-09-04 11:38:57 UTC
auch egal sein, ob man das Label ADS zu Recht trägt. Bei Kindern wäre
ich da aber etwas kritischer, weil da ja das Verlangen nach Ritalin
meist nicht vom Kind selber kommt, sondern von der Schule oder den
Eltern und ein Kind noch nicht so gut selbst reflektieren kann, was
jetzt grad mit ihm geschieht.
Sei Dir da nicht so sicher! Hätte ich in meiner Schulzeit von ADS und
Ritalin gewusst und mir wäre damit all das erspart geblieben, ich wäre
mehr als dankbar gewesen!

mario
Arno Nuehm
2003-09-07 15:44:18 UTC
Post by Wiebke Weige
dass sie früher vor prüfungen Ritalin geschluckt haben, um sich
besser konzentrieren zu können.
Wieso heutzutage nicht mehr? Sind andere Substanzen besser, hat sich
die Einstellung geändert, war Ritalin früher leichter verfügbar oder
kennst du momentan einfach nicht mehr soviele, die Prüfungen haben? .
Weil Ritalin kein wirklich gängiges Produkt der Palette des "illegalen
Drogenmarktes" ist. Heutzutage kommt der durchschnittliche Jugendliche wohl
leichter an Speed vom Schwarzmarkt ran als an Ritalin.

Florian, ich hatte vor ewigen Zeiten mal was zu dem Thema in der mailing liste
geposted, hast Du das evtl. noch?

Bye!

--

-[ICQ 158390656]--[100% recycled electrons-environmentally safe post]-
RUIN, v. To destroy. Specifically, to destroy a maid's belief in the
virtue of maids. [Devil's Dictionary]
Arno Nuehm
2003-09-07 15:45:45 UTC
Wiebke Weige [***@gmx.de] diktierte dem Sekretariat folgendes:

[Ritalin 'hintenrum' organisiert]
Früher kahm man wohl leichter dran.
Weiß jemand, seit wann genau Methylphenidat im BtmG steht?

Bye!

--

-[ICQ 158390656]--[100% recycled electrons-environmentally safe post]-
[...im Straßenverkehr...] Nicht-Blinken ist einfach angewandter
Datenschutz. Es geht niemand anderen etwas an, wohin ich gleich fahren
möchte. [<algdff$1br$***@einszunull.sluka.de>]
Arno Nuehm
2003-09-07 15:50:38 UTC
Post by Florian Blaschke
Sehr viele Stoffe, nicht nur solche
wie Amphetamine, wirken unter anderem auch stimulierend und
rufen demnach bei ADSlern häufig paradoxe Effekte hervor.
Persönlich: Aspirin _macht_ mir Kopfschmerzen und auf "schlafinduzierende"
Benzodiazepine reagiere ich sogar bei Maximaldosis mit einer beschwingten
Lesenacht im Bett, die um 4.00 morgens in bester Laune abgebrochen wird weil
man ja noch etliche andere sinnvolle Sachen kann. Geschirrspülen kam mir da
sinniger vor als meine von armseligen Erfolgsaussichten gekrönten
Schlafversuche. Klasse Stimmungsaufhaller war's aber.

Bye!

--

-[ICQ 158390656]--[100% recycled electrons-environmentally safe post]-
ADVICE, n. The smallest current coin. [Devil's Dictionary]

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